Die ev. Kirche zu Jeckenbach

  • Gerhard Fritz

Die reformierte Kirche in Jeckenbach prägt in reizvoller, erhöhter Lage das Ortsbild des Dorfes. Auf alt-ehrwürdigem Boden erbaut – eine Kapelle an dieser Felsnase wird bereits 1382 erstmals urkundlich erwähnt –, blickt das Gotteshaus auf eine jahrhundertealte Tradition zurück.

 

Geschichte & Bauentwicklung

  • Mittelalterliche Wurzeln: Die ursprünglich dem heiligen Jakobus geweihte Kapelle gehörte seit jeher zur Pfarrei Meisenheim. Die Seelsorge übernahmen zunächst Mönche vom Disibodenberg, später die Meisenheimer Johanniter.
  • Der Kirchturm: Der romanische Turm ist der älteste Bauteil der Kirche. Sein zweites Geschoss zeigt ein auf einer Säule mit Würfelkapitell gekuppeltes Fenster. Die Turmspitze ziert ein Kreuz mit dem Monogramm „C 4“ – eine Huldigung an Pfalzgraf Christian IV., in dessen Regierungszeit der spätere Neubau fiel.
  • Neubau des Kirchenschiffs (1767): Wegen Platzmangels und Baufälligkeit der alten Kapelle errichtete der Pfalz-Zweibrücker Landbaudirektor Philipp Heinrich Hellermann (ein gebürtiger Meisenheimer) das heutige Kirchenschiff als schlichten Saalbau mit drei Fensterachsen. Die erste Taufe im Neubau wurde am 17. September 1769 im Kirchenbuch vermerkt.

 

Reformierte Tradition & Ausstattung

Das Innere der Kirche ist ganz im Geist der reformierten Bautradition gestaltet:

  • Zentrierte Anordnung: Dem Eingang gegenüber befinden sich Altar und Kanzel an der westlichen Langseite direkt übereinander. Die Bänke sind halbkreisförmig um das Zentrum von Wort und Sakrament angeordnet.
  • Historische Stumm-Orgel (1849): Auf der nördlichen Empore steht das wertvolle Instrument der Gebrüder Stumm (Rhaunen-Sulzbach). Der historische Blasebalg wird heute elektrisch betrieben, kann bei Stromausfall aber weiterhin von Hand bedient werden.
  • Das Geläut (1924): Im Turm hängen drei Gussstahlglocken der Gießerei Ulrich & Weule (Bockenem/Harz) mit den Inschriften:
    • „Ehre sei Gott in der Höhe“
    • „Eine feste Burg ist unser Gott“
    • „Nach des Lebens Kampf und Leid ruf ich dich zur Seligkeit“

 

Eigentumsverhältnisse & Zugang

Im Jahr 1902 trat die Zivilgemeinde den Kirchturm samt Glocken an die Kirchengemeinde ab; 1979 folgte die Übertragung des Kirchenschiffs durch den Meisenheimer Kirchenschaffneifonds. Der älteste, historische Zugang führt auch heute noch über die verträumte Treppe neben der ehemaligen Mühle hinauf zur Kirche.