Über den Dächern der historischen Altstadt von Meisenheim ragt ihr majestätischer Turm empor: Die evangelische Schlosskirche gehört zu den bedeutendsten und schönsten spätgotischen Hallenkirchen im gesamten südwestdeutschen Raum. Als architektonische „Perle des Nahelands“ vereint sie jahrhundertealte Geschichte, meisterhafte Baukunst und ein lebendiges kirchliches wie kulturelles Leben.
Ein Ort voller Geschichte
In einer rekordverdächtig kurzen Bauzeit von nur 25 Jahren – von 1479 bis 1504 – wurde die Schlosskirche unter der Leitung des Frankfurter Baumeisters Philipp von Gmünd errichtet. Der Bau verdankt seine stilistische Reinheit und harmonische Einheitlichkeit dieser zügigen Vollendung.
Einst diente die Kirche als Grablege des Herzogshauses Pfalz-Zweibrücken sowie als Ordenskirche der Johanniter. Davon zeugen bis heute die kunstvoll gearbeiteten Renaissance-Grabdenkmäler in der Wittelsbacher Grabkapelle und die beeindruckenden, freischwebenden Gewölberippen.
Bereits 1523 wurde in der Schlosskirche der erste evangelische Gottesdienst gefeiert – damit zählt Meisenheim zu den Wiegen der Reformation in unserer Region.
Baukunst, die begeistert
Wer das dreischiffige Gotteshaus betritt, wird von der lichten, weiten Atmosphäre empfangen. Schlanke Rundpfeiler tragen das feingliedrige Netzgewölbe, das dem Raum eine zeitlose Eleganz verleiht.
Besondere Highlights bei einem Rundgang durch die Kirche:
- Der Turm: Mit seinem filigran durchbrochenen Maßwerk-Turmhelm markiert der Westturm den faszinierenden Übergang von der Spätgotik zur Renaissance.
- Die Wittelsbacher Grabkapelle: Ein meisterhaftes Zeugnis mittelalterlicher Bildhauerkunst mit kostbaren Epitaphien.
- Die Rokoko-Kanzel: Im 18. Jahrhundert durch die renommierte Meisenheimer Werkstatt Schmidt geschaffen, setzt sie einen prachtvollen barocken Akzent im spätgotischen Raum.
- Die historische Disibodenberg-Glocke: Eine der ältesten Glocken der Region aus dem Jahr 1387, die einst im nahegelegenen Kloster Disibodenberg erklang.
Die historische Stumm-Orgel: Klangkunst von Weltrang
Für Musikliebhaber aus nah und fern ist die Schlosskirche vor allem für ein Juwel bekannt: ihre große Stumm-Orgel aus dem Jahr 1767. Erhalten und erbaut von den Gebrüdern Johann Philipp und Johann Heinrich Stumm aus Sulzbach, zählt das Instrument mit seinen 29 Registern zu den besterhaltenen Werken der berühmten Orgelbauer-Dynastie.
Ob in den feierlichen Sonn- und Festtagsgottesdiensten oder im Rahmen von Konzertreihen wie dem Meisenheimer Orgelsommer: Der farbenreiche, vokale Klang der historischen Pfeifen bringt das gotische Gewölbe auf unvergleichliche Weise zum Schwingen.
Ein Ort der Begegnung und des Glaubens
Die Schlosskirche ist weit mehr als ein historisches Denkmal – sie ist das Herzstück der Johannitergemeinde Meisenheim. Hier kommen Menschen zusammen, um den Glauben zu feiern, Kraft zu schöpfen und Gemeinschaft zu erleben.
Neben den regelmäßigen Gottesdiensten prägen Chormusik (vom Vokalensemble bis zur Kinderchorarbeit), hochkarätige Orgelkonzerte, Ausstellungen und festliche Trauungen das Leben in unserer Kirche.
Besuchen Sie uns!
Ob zum Gottesdienst, zu einem Konzert oder zum stillen Gebet – die Schlosskirche Meisenheim steht Besucherinnen und Besuchern täglich offen.
- Öffnungszeiten: Täglich von 11:00 bis 17:00 Uhr
- Adresse: Schlossplatz, 55590 Meisenheim / Glan
Kontakt & Ansprechpartner:
Pfarrerin/Pfarrer – z.Zt. vakant
Gemeindebüro, Kirchstraße 9, 55566 , 06751/94290
Schlosskirche, Küsterin Renate Gilcher 0160/964 444 70
Kirchenmusik, Kantor Gerd-Peter Münden 0175/231 65 77
Trauungen/Taufen/Beerdigungen, 0671/25 11 44
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und heißen Sie in unserer Schlosskirche herzlich willkommen!